Stevia – der kalorienarme Zuckerzusatz

Wie wunderbar wären Süßigkeiten ohne die üppigen Kalorien! Da könnten wir alle vor dem Fernseher schlemmen und ganz entspannt den schlanken Models zusehen, die in der Regel schon beim Verzehr von Pommes und Ketchup Angstzustände bekommen und um Süßigkeiten einen großen Bogen machen. Stevia, die neue Wunderpflanze, verspricht dem Verbraucher ein Zuckerersatz zu sein, den man ohne Reue genießen kann. Ist Stevia die Lösung für Naschkatzen, für ein süßes Leben? Wohl kaum, sagen Ernährungswissenschaftler. Was im Augenblick intensiv beworben wird, hat einige Haken.

Woher kommt Stevia?
Die südamerikanische Pflanze kommt nicht sonnengeflutet vom relaxten südamerikanischen Bauern mit Strohhut auf den deutschen Markt. Hauptanbaugebiet ist China. Stevia ist selbst für die Südamerikaner kein gängiges Produkt, das regelmäßig zum Essen dazu gehört. Der Süßstoff der Pflanze wird in einem komplizierten chemischen Verfahren gewonnen, bei dem cirka 90% der ursprünglichen Inhaltsstoffe verloren gehen. So müsste man eigentlich sagen, dass Stevia aus dem Labor auf unseren Tisch kommt und von grün und ökologisch keine Rede sein kann.

Was weiß man heute über Stevia?
Eigentlich viel zu wenig. Das ist der Grund dafür, dass Stevia als Pflanze nicht in Europa zugelassen ist, es sei denn, man möchte für den Eigenbedarf Stevia im Garten haben. Nur der Süßstoff ist in der EU zugelassen. Ob er umweltfreundlich in China produziert wird, darf man sich durchaus fragen, denn bisher punktete China nicht groß in Sachen Umwelt.

Langzeitwirkung unbekannt
Bisher weiß man noch nicht genau, wie der menschliche Körper langfristig gesehen mit Stevia zurechtkommt. Toxikologische und weitere diesbezügliche Gutachten und Untersuchungen stehen noch aus. Mittlerweile gibt es durch verschiedene Züchtungen mehrere Sorten Stevia – der Verbraucher muss wissen, dass er sich zurzeit auf ein unbekanntes Produkt mit unbekannten Risiken einlässt. Ratten hatten in Versuchen Unverträglichkeitsreaktionen gezeigt.

Lebt man mit Stevia besser?
Letztendlich muss diese Frage jeder für sich beantworten. Namhafte Konzerne verzichten auf Stevia, weil damit die ursprünglichen und bewährten Geschmacksergebnisse verändert werden. Die künstliche Süße schmeckt man und so viele Kalorien werden mit ihr auch nicht eingespart. Bei Schokolade zählen beispielsweise auch Fette und Kakao als Dickmacher – mit Stevia würde man auf maximal 20% weniger Kalorien kommen. Wenn dabei der Genuss auf der Strecke bleibt, lohnen solche Experimente nicht. In Getränken könnte Stevia als Zuckerersatz eingesetzt werden, doch durchgesetzt hat sich das bisher nicht, denn Tester hatten einen bitteren Beigeschmack bemängelt.

Hier nochmal die wichtigsten Fakten in der Zusammenfassung

  • Der Hauptlieferant von Stevia ist China
  • Die Pflanze wurde bisher nicht in der EU zugelassen
  • Die Gewinnung des Süßstoffs aus Stevia ist ein chemischer Prozess
  • Stiftung Warentest hat in der Ausgabe 11/2012 Stevia unter die Lupe genommen, die Ergebnisse kann man für 1,50 Euro online lesen.
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